RFID – Quelle für Umweltschäden?

Die Verwendung von RFID ist schon heute stark umstritten. Hauptstreitpunkt ist die Frage des ausreichenden Datenschutzes, wenn RFID-Chips künftig an fast jeder Ware kleben werden. Nun wird ein neues Problemfeld aufgezeigt: der Umweltschutz.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet Der Spiegel (Ausgabe 50/2005, Seite 150) über die Warnung der US-Umweltbehörde Office of the Federal Environmental Executive (OFEE), dass die zukünftig in Massen anfallenden RFID-Chips zu einer zusätzlichen Belastung für die Abfall- und Abwasserentsorgung werden könnten.

Wenn jedes in den Handel kommenden Produkt mit entsprechenden Chips ausgestattet sein wird, dann stellt sich sehr wohl die Frage, was nach dem Kauf mit den kleinen Dingern passiert. Millionen- oder besser milliardenfach werden die Aufkleber dann zu entsorgen sein. Die verwendeten Materialien sind teilweise heikel: Silizium in den Chips, Kunststoffe, Silber, Blei, Aluminium.

Das OFEE wirft die Frage auf, ab welcher Menge die RFID-Chips bei den bestehenden Recyclingverfahren zu Störungen führen.

Also ein Grund mehr, über die Einführung von RFID-Chips etwas intensiver nachzudenken.

Bei meiner Recherche bin ich auf der Website der OFEE auf keine aktuelle Publikation, sondern nur auf ein kurzes Statement über ein Meeting im September 2004 gestoßen.

Dafür habe ich bei ZDNet.de einen etwas ausführlicheren Artikel entdeckt.

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5 Antworten zu RFID – Quelle für Umweltschäden?

  1. dr.no sagt:

    Macht das Injizieren dieser Chips beim Menschen noch fragwürdiger. Die in der Verpackung und Kleidung enthaltenen RFID-Chips werden vermutlich in der Regel leider über den Hausmüll entsorgt. Ohnehin sind die zahlreichen immer schnelllebigeren digitalen Gadgets heute die Quelle massiver Sondermüllprobleme von morgen. Zum Beispiel auch Mobiltelefone, die Geräte heute haben ein ziemlich minderwertiges Produktdesign und halten höchstens 2 Jahre, die Akkus in der Regel noch weniger.
    Der Markt für Mobiltechnologie steht noch ganz am Anfang, da werden noch sehr viele Akkus verbaut und weggeworfen werden in Zukunft.

  2. Abgesehen von der Frage, ob ich derart „auslesbar“ rumrennen möchte, hätte ich da nicht so viele Bedenken. Wenn der Chip gut gekapselt ist (z.B. in Kunststoff eingegossen), sollte es IMHO keine Probleme geben.

  3. dr.no sagt:

    Ja, die Chips sind gemantelt. Das Problem verlagert sich dann letztendlich auf den Friedhof, wo sich die langsam verrottenden Chips im Erdreich ablagern. Mit der zu erwartenden Zunahme künstlicher Körperteile dann Wertstofftrennung im Krematorium? Ansonsten gute Daten jedenfalls für zukünftige Archäologen.

  4. Auf den ersten Blick sieht es wirklich gewaltig aus: 82 Millionen Deutsche macht 82.000.000 implantierte RFID-Chips.

    Auf den zweiten Blick relativiert sich das. Wenn jede Packung, die heute einen Barcode hat, morgen einen RFID-Chip trägt, dann sind 8,2 *10^7 RFID-Chips ein Klacks!
    Ich gehe eher davon aus, dass es mehr RFID-Chips als Barcodeinstanzen geben wird, weil heute ein Gebinde einen Barcode trägt und morgen teilweise jede Einheit im Gebinde einen RFID-Chip tragen wird.

    Deinen Optimismus bzgl. der traumhaften Datenlage für zukünftige Archäologen mag ich auch nicht teilen.

    Während wir heute Hölenmalereien ansehen, Kornspeicherbestände anhand assyrischer Tontäfelchen auswerten, agyptische Geschichte anhand von Papyri studieren und die Geburten mittelalterlicher Städte anhand von Geburtsbüchern zählen können, wird das Vermächtnis unseres digitalen Zeitalters für Forscher in tausend Jahren wohl verloren sein.

    Unsere heutigen Bücher und Urkunden schreiben wir (bzw. haben wir bis vor kurzem geschrieben) auf minderwertigem Papier, dass sich nach 100 Jahren von selbst auflöst. Unser Wissen und unsere Daten überantworten wird Speichermedien, von denen wir nicht wissen, ob sie in 50 Jahren noch lesbar sind. Der Schlüssel zu unserer dann vergangenen Gegenwart hängt von der Kontinuität von Datenformaten ab.
    Und wenn der Datenträger noch seinen Dienst tut und das Datenformat noch entschlüsselbar sein sollen, werden wir unsere Nachkommen mit Hilfe von DRM-Verfahren von einem großen Teil unseres geistigen Vermächtnisses ausgesperrt haben. 🙁

    Um zuwissen wessen Knochen dort im Staub liegen, müsste der zukünftige Archäologe die Seriennummer des RFID, sofern diese aufgrund fehlender Zertifikate überhaupt noch auslesbar/entschlüselbar ist, mit der entsprechenden Datenbank abgleichen. Daran glaube ich nicht…

  5. renatura sagt:

    Hallo und guten Tag,
    Ihr habt hier völlig recht, dass eine andere Regelung gefunden werden sollte. Und das ist meine Idee. Ich fahre seit Jahren mit dem Fahrrad in die Innenstadt, ok ich wohne in einer Kleinstadt und da fällt es nicht so auf. Ich brauche keinen Parkplatz suchen und die paar Sachen, die ich kaufe bekomme ich auch so mit. Was die alten Autos angeht, sollte man vernünftiger Weise unterscheiden und sich ehrlich frage was ist ein Oldtimer und was nicht. Wir habe nun mal die Technik, um uns saubere Auto zu Leisten. Umweltschutz im Webkatalog.

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