Nebraska

Wir waren Sonntag im Kino. So richtig spießig in der Nachmittagsvorstellung unseres Stadtteilkinos. War die beste Gelegenheit für uns Nebraska zu sehen.

Nebraska wird allgemein als Filmdrama bezeichnet, einer Genrebezeichnung, mit der ich wenig anfangen kann1. Ja, die Grundtendenz ist eher traurig, aber es gibt dennoch sehr viel zum Schnunzeln und Lachen.

Zur Story des Films, die man erzählen kann, ohne die Spannung zu nehmen: Bei Woody Grant (Bruce Dern) haben Alter und Alkohol ihre Spuren hinterlassen und so glaubt er an den großen Gewinn, als er von einer Marketingfirma ein Gewinnzertifikat über $ 1.000.000 erhält. Seiner Familie ist klar, dass das ein Schwindel ist, aber Woody will unbedingt nach Lincoln, Nebraska, um dort seine Million abzuholen; und wenn es zu Fuß ist. Sein Sohn David (Will Forte) erkennt, dass der Alte nicht zu bremsen ist und macht sich zusammen mit ihm auf den Weg. Da sie nicht so schnell wie geplant nach Lincoln kommen,müssen sie für ein Wochenende einen Zwischenstopp in Hawthorne, der Heimatstadt von Woody, einlegen, wo sie dessen Bruder Ray und seiner Familie wohnen. Dort kommt es auch zu einem Familientreffen.

Die Geschichte ist wunderschön erzählt. Bruce Dern spielt den alten senilen Kauz auf sehr liebenswürdige Art. Aber auch die anderen Darsteller sind gut. Die Lincoln Grants sind eine Ansammlung unglaublicher Typen und die Szene mit den Grant Brüdern und Söhnen beim Fernsehen ist ein Genuss. Man staunt über die Schauspieler, die Regisseur Alexander Payne vor der Kamera versammelt hat.

Insgesamt ein wirklich schönes Filmerlebnis; ruhig und beschaulich. Der Soundtrack von Mark Orton tut seinen Teil dazu und läuft momentan bei uns in einer Dauerschleife.

Wer die Gelegenheit hat, den Film zu sehen, bevor er aus den Kinos verschwindet, sollte sie nutzen. Insbesondere die kargen Landschaftsaufnahmen des Kameramannes Phedon Papamichael brauchen die Größe einer Leinwand.


  1. Habe mir eben erstmals die Definition von Filmdrama in der Wikipedia “Drama (Filmgenre) – Wikipedia”) angesehen und nach dieser scheint man unter diesem Schlagwort alles zu sammeln, was woanders nicht reinpasst. 

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