Paranoia überall

Heute war mal wieder große Aufregung in der deutschen Blogosphäre und dem deutschen Twitterverse. Die Zeit hatte zu einem identischen Artikel in der Online und Printausgabe verschiedene Untertitel verwendet.  

Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über die Stoppschilder vor Kinderpornoseiten
[Onlineausgabe der Zeit]

Die Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von Kinderpornografie
[Printausgabe der Zeit]

Sicherlich ist es ein bedeutsamer Unterschied, ob man gegen Stoppschilder vor Kinderpornoseiten oder gegen das Verbot von Kinderpornografie ist. Aber diese mangelnde Differenzierung ist man ja leider aus der Diskussion der letzten Wochen gewöhnt, sodass es IMHO eigentlich kein richtiger Aufreger mehr ist. 🙁

Für mich war aber auch irgendwie klar, dass da bei der Zeit was schief gegangen sein muss und kein Kalkül dahinter steckte

Bald kam dann auch Entwarnung von ZEIT ONLINE:

Sorry für die falsche Unterzeile. Im Blatt war es zu spät, Online konnten wir sie korrigieren, daher gibt es nun zwei Versionen #Netzsperren
[ZEIT ONLINE auf Twitter]

Die heftigen Reaktionen zeigen, wie gespannt die Lage ist. Auf Ereignisse wie das Auf-Transit-Setzen der Domain wikileaks.de oder dem obigen Ereignis wird momentan reflexhaft und ohne weitere Analyse heftig reagiert. Beide Ereignisse ließen sich einfach erklären, haben aber vorher für einigen unnötigen Wirbel gesorgt.

Dieses reflexhafte, unreflektierte Reagieren ist in meinen Augen nicht gut. Hier wird zu oft grundlos Alarm geschlagen, sodass zu befürchten ist, dass solche Meldungen in naher Zukunft nicht mehr wahrgenommen werden. Das kann sich rächen, wenn es doch mal ernst werden sollte.

Übrigens, der Artikel ist inhaltlich das ganze Aufhebens nicht wert. Beide Seite kommunizieren mal wieder gepflegt an einander vorbei. Was IMHO weniger an Franziska Heine als an Frau Ministerin von der Leyen liegt, die ihr typisches BlaBla abspult.

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