Verstellter Blick

Ein Kollege von mir hatte ein scheinbar unlösbares PC-Problem. Er hatte einen PC und ein WLAN-DSL-Router zur vollen Zufriedenheit in Betrieb. dann kaufte er sich ein Nokia 770 und wollte per WLAN ins Internet. Das ging nicht. Es wurde ein Netwerkfehler angezeigt.

O.k., kein Problem. PCs sind ja bekanntlich dafür da, dass sie Probleme bereiten. Nun war nur die Frage, wo der Fehler lag. Beim Nokia 770 oder beim WLAN?

Ein Verwandter kam mit seinem Notebook. Auch hier keine Verbindung zum Internet. Routingfehler.

Da mein Kollege gewissenhaft, testete er das Nokia 770 in anderen WLANs und dort funktionierte es.

Also war die Diagnose klar: Der WLAN-DSL-Router muss einen Fehler haben. Endlose Recherchen im Internet und Telefonate mit der Hotline blieben erfolglos. Niemand hatte das selbe Problem. Der Router schien in Ordnung.

Der Kollege fand die Lösung dann zufällig von selbst: Er nutzte – wie er es aus seiner ISDN-Zeit gewohnt war – das DFÜ-Netzwerk, d.h. der PC steuerte den DSL-Modemteil des Routers. Der Router konnte also gar nicht routen, weil er für die Einwahl nicht konfiguriert war (und im Normalfall vom PC auch nicht genutzt wurde). Nachdem er den Router mit der Vorgabe der Accountdaten zum Routen gebracht (und das DFÜ-Netzwerk deaktiviert) hatte, klappt alles zur besten Zufriedenheit.

Eine einfache Ursache. Eine einfache Lösung. Nur der Weg dorthin war schwer. Weil der PC Verbindung zum Internet hatte, gingen alle davon aus, dass der Router das tut, was er tun soll: Halt routen. Nur dass er es nicht wirklich tat.

Die Geschichte zeigt mal wieder, dass man bei der Problemlösung oftmals die Rahmenbedingungen nicht ausreichend überprüft und mit der Analyse „zu hoch“ anfängt.

Also immer alles prüfen, auch wenn es „selbstverständlich funktioniert“.

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