Mit der FRITZ!Box ins Mobilnetz [Update]

In den letzten Jahren versuche im Urlaub im Apartment oder Ferienhaus eine Internetanbindung aufzubauen, die einen ähnlichen Komfort wie Zuhause bietet1. Bisher habe ich dafür mein Huawei E52 dafür verwendet. Aus meiner Sicht ist das E5 nur jedoch nur bedingt dafür geeignet, im tage- oder wochenlangen Dauerbetrieb eingesetzt zu werden3.

Nach dem ich mir einige andere Lösung angesehen habe, bin ich zu einer sehr einfachen und preiswerten Lösung gekommen: eine Feld-Wald-und-Wiesen-FRITZ!Box.

Auch wenn man sich in den Konfigurationmenüs der FRITZ!Box sehr gut auskennt, wird man im Normalfall keinen Hinweis auf eine mögliche Mobilfunktauglichkeit finden. Es findet sich keine entsprechende Option. Im Hinblick darauf, dass AVM seit Jahren auf den Einsatz als UMTS- oder LTE-Router optimierte Geräte verkauft, könnte es auch fraglich erscheinen, dass man mit einer “normalen” FRITZ!Box einer Verbindung ins Mobilfunknetz aufbauen kann4.

Steckt man jedoch ein USB-Modem (z.B. einen UMTS-Stick) in den USB-Port, taucht bei vielen FRITZ!Boxen8 aus dem Nichts unterhalb von Internet ein zusätzliches Menü namens Mobilfunk auf.

FRITZ!Box Mobilfunk-Konfiguration

FRITZ!Box Mobilfunk-Konfiguration

Über die entsprechende Konfigurationseite kann man neben den notwendigen Angaben wie PIN und den unvermeidlichen, aber zumeist überflüssigen Angaben wie Zugangspunkt, Einwahlnummer, User und Passwort (hier gibt es Presets für die üblichen deutschen Mobilfunkanbieter) auch weitere, teilweise sehr interessante Vorgaben machen. Diese Optionen lassen bis jetzt bei mir keine Wünsche offen.

Mit meinen knapp fünf Jahren alten UMTS-Stick mit O2-Karte habe ich die FRITZ!Box in wenigen Minuten5 erfolgreich ins Netz gebracht.

Die Kombination aus FRITZ!Box und UMTS-Stick hat aus meiner Sicht mehrere Vorteile:

  • Die FRITZ!Box ist für den Dauerbetrieb ausgelegt.
  • Die Konfigurationsmöglichkeiten, die die Geräte von AVM bieten, sind sehr umfassend. Man verfügt über alle Optionen, die man von seinem heimischen Router kennt (und schätzt). Einschränkungen ergeben sich nur aus den netzwerktechnischen Unzulänglichkeiten der Mobilfunknetze sowie ggf. fehlenden Features, wenn man eine “kleinere” FRITZ!Box als im Heimnetz verwendet6.
  • Die Mobilfunktechnik kann jederzeit durch den Einsatz eines neu(er)en USB-Sticks auf einen neueren Stand gebracht werden (z.B. Nachrüstung von LTE).
  • Die WLAN-Abdeckung dürfte besser als bei den Routern für die Hosentasche sein.
  • Die Zahl der WLAN-Clients ist nicht künstlich beschränkt7.
  • Es ist möglich, auch kabelgebundene Geräte anzuschließen.
  • Sofern man zusätzlich USB-Massenspeicher anschließt, kann man die FRITZ!Box als NAS-Ersatz nutzen.
  • Ältere Modelle sind leicht und preiswert als Gebrauchtgeräte zu bekommen. Bei einem Hardwareschaden bekommt man ebenso leicht Ersatz.

Als einzigen Minuspunkt sehe ich das relativ große Packmaß der FRITZ!Box. Sie bietet sich somit nur als Option an, wenn man sehr viel Gepäck mitnehmen (z.B. im Auto) oder entsprechenden Platz durch Verzicht auf andere Dinge m Koffer freimachen kann.

Bisher habe ich die Kombination nur kurz angetestet. Die Bewährungsprobe wird unsere anstehende zweiwöchige Reise sein.

Update 09.02.2014

Da nicht alle FRITZ!Boxen die Nutzung eines UMTS-Sticks unterstützen, habe ich eine kleine textliche Änderung vor- und die Fußnote 8 aufgenommen.


  1. Während anfangs nur ich auf die Annehmlichkeit Wert gelegt habe, schätzt es mittlerweile auch meine Frau, dass sie ihr iPhone und iPad auch im Ausland problemlos ins Netz bekommt.
  2. Das Huawei E5 gehört zur Geräteklasse der mobilen WLAN-Hotspots (auch als Personal Hotspot oder MiFi bekannt). Es handelt sich um ein akkubetriebenes UMTS-Modem mit integriertem WLAN-Accesspoint, mit dem man mit einer SIM-Karte mehrere WLAN-fähige Geräte (beim Huawei E5 fünf) ans Internet anbinden kann.
  3. Dauerbetrieb wird mein E5 sehr heiß und bleibt nach einigen Tage hängen, sodass ich es per Ausschalter oder Akkuentfernung hart resetten muss). Weiterhin ist das E5 ein mobiles Gerät, dass primär für den Akkubetrieb ausgelegt ist. Beim Dauerbetrieb am Netzteil wird der Akku dauergeladen, was ihm auch nicht gut bekommen dürfte.
  4. Wenn man danach sucht, findet man bei AVM einen Eintrag in der FAQ, der auf diese Funktion hinweist.
  5. Am längsten hat der Wechseln der SIM-Karte aus dem E5 in den Stick und die anschließende Suche nach der PIN gedauert.
  6. Im heimischen Netz verwende ich eine 7390, die auch für unseren ISDN-Anschluss zuständig ist. Da ich unterwegs die Telefonanlagenfunktionen nicht benötige, habe ich hierfür eine ältere 3270 gewählt, die man gut gebraucht bekommt. Von der Netzwerktechnischen Features her, vermisse ich – bis jetzt – nichts.
  7. Die fünf beim Huawei E5 zulässigen WLAN-Clients erscheinen auf den ersten Blick als mehr als ausreichend. Mittlerweile sind meine Frau und ich jedoch regelmäßig mit fünf Geräten unterwegs.
  8. Ich muss hier den Text um bei vielen FRITZ!Boxen ergänzen, nachdem ich bei einer 3170 ins Leere lief. Nicht alle FRITZ!Boxen unterstützen die Nutzung einer UMTS-Verbindung via UMTS-Stick. Man sollte sich vor Anschaffung einer FRITZ!Box für diesen Zweck bei AVM oder auf Seiten wie z.B. Router-FAQ.de informieren.

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