Slogger unter Linux

Slogger1 von Brett Terpstra ist ein in Ruby geschriebenes Programm, mit dem man seine eigenen Beiträge aus sozialen Netzwerken (z.B. App.net, Twitter, Flickr) in einem Day One Journal oder alternativ in Markdown-Dateien sammeln kann.

Obwohl Brett Terpstra ausschließlich für OS X entwickelt und Day One nur für OS X und iOS verfügbar ist, läuft das Programm auch unter Linux.   

Slogger hat keine grafische Oberfläche, sondern wir über die Kommandozeile aufgerufen und läuft dann im Textmodus2. Die Konfiguration erfolgt vollständig über eine Konfigurationsdatei im Textformat, die man mit einem Texteditor anpassen muss. Daher ist das Programm für einen automatisierten Aufruf über den launchd von OS X (oder eben den crond von Linux) prädestiniert.

Über die Kommandozeilenoption -s (since) ist es zwar möglich, dass man alle Beiträge seit dem letzten Aufruf von Slogger abruft, aber das führt nicht immer zum gewünschten Erfolg, weil

  • ein Teil der Dienste nur eine begrenzte Zahl von Beiträgen zum Abruf vorhalten (z.B. Bestimmte RSS-Feeds) und
  • nicht alle Slogger-Plugins in der Lage sind, die Posting einem bestimmten Tag zuzuordnen, sondern sie in einem Eintrag für den Tag des Abrufes zusammenfassen.

Daher ist es vorteilhaft, wenn der Abruf täglich kurz vor Mitternacht erfolgt.

Mein Mac idlet zwar viel zu oft tagelang vor sich hin, aber er läuft dennoch nicht jeden Tag kurz vor Mitternacht. Daher bietet es sich für mich nicht an, Slogger auf diesem Rechner laufen zu lassen. Der Linux-Server(park), auf dem auch mein Blog läuft, ist natürgemäß 7*24 in Betrieb. Somit ist er die richtige Plattform für diese Aufgabe.

Nun war die Frage, ob sich Slogger und Linux vertragen. Brett Terpstra hat das Programm zwar auf und für OS X entwickelt, aber Ruby ist auch unter Linux verfügbar und Markdown- und Day One-Dateien3 lassen sich auch in Linuxdateisystemen speichern.

Also habe ich meine Konfiguration vom Mac auf den Linux-Server kopiert, in der Konfiguration die Verzeichnisse angepasst und Slogger gestartet. Das Ergebnis war zunächst ernüchternd: Zunächst hatte ich mich nicht getraut ein Day One-Journal als Ziel zu verwenden, sondern ließ Markdown-Dateien erzeugen. Das Programm lief klaglos durch und die Markdown-Dateien wurden erzeugt, jedoch fehlten die Bilder4. Als ich die Erzeugung von Day One-Journaleinträgen aktivierte, zeigte sich die Fehlerquelle: Bei jedem zu erstellenden Eintrag beschwerte sich Slogger über das Fehlen des Programms uuidgen5.

Nachdem ich den Admin gebeten hatte, das entsprechende Paket einzuspielen, lief und läuft Slogger klaglos unter Linux. Es ist sowohl die Erstellung von Day One-Journaleinträgen6, als auch von Markdown-Dateien möglich.

Zurzeit erstelle ich Markdown-Dateien. Ich werde jedoch in Kürze auf ein Day One-Journal umstellen, weil ich gerne beide Formate verfügbar haben möchte und sich aus diesem Format leichter Markdown-Dateien erstellen lassen als umgekehrt.


  1. Nicht zu verwechseln mit SLogger, einem bereits etwas angegrauten Linux-programm zur Betrachtung von log-Files.
  2. Besser gesagt, es gibt während des Programmablaufes keinerlei Interaktion mit dem Benutzer, sondern das Programm gibt nur Informationen über den Preogrammablauf aus.
  3. Day One-Journale sind tatsächlich keine Dateien, sondern Verzeichnisse, die von OS X-Finder als Dateien dargestellt werden (ähnlich den App-Bundles). Sieht man sich eine solche .dayone auf der Kommandozeile an, dann handelt es sich um eine Verzeichnis mit dem Unterverzeichnissen entries und photos, in denen sich die Journal-Einträge in Form von XML-Dateien mit Markdown-kodierten Textdaten und die zugehörigen Bilder befinden.
  4. Genauer gesagt, es fand sich im entsprechenden Verzeichnis nur die Datei .jpg.
  5. Wie der Name bereits vermuten lässt, generiert uuidgen UUIDs, die Slogger für die Dateinamen der Bilder und DayOne-Einträge verwendet. Unter OS X ist dieses Tool immer installiert, wärend es unter Linux nicht zur “Grundausstattung” gehört.
  6. Slogger nutzt für die Erstellung der Journaleinträgen keine Funktionen der Day One-App, sondern die Generiert die notwendigen Dateien vollständig selber und “schiebt” sie dann Day One unter.

 

 

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