Webcuts.11

Gestern waren wir bei den Webcuts.11 im BABYLON Mitte. Für mich waren es die vierten webcuts und für die Webcuts selbst war es der zehnte Geburtstag (aber erst der siebte Durchgang).

Gezeigt wurden auch dieses Jahr 24 Filme, die von den Veranstaltern aus 170 Einsendungen ausgewählt wurden.

Die Sieger wurden in den sechs Kategorien Infotainment, Web Documentary / Video Report, Webcuts Classics, Machimina, Collaborative Projects und Berlin Award gekürt.  

Seit meinem letzten Besuch im Jahr 2007 hat sich einiges verändert.

Am auffälligsten ist der Wechsel der Location. 2007 – wie auch in den beiden Vorjahren – hatten die Webcuts im CineStar – Original im Sony Center stattgefunden. Diese Spielstätte bot zwar moderne Technik und einen besseren Kinosaal, jedoch handelte es sich um einen Multiplex, bei nur einen der vielen Säle angemietet war, sodass der allgemeine Spielbetrieb darumherum trubelte.

Das Babylon bietet da schon eine kuscheligere und exklusivere Atmosphäre. Vor der Vorstellung gab es um Vorraum Häppchen und Getränke nach der Vorstellung ging zunächst im Foyer locker weiter und etwas später gab es dann Live-Jazz im Kinosaal (da waren wir dann aber schon weiter gezogen).

Technisch kann das Babylon nicht mit dem CineStar mithalten. Die Leinwand ist bedeutend kleiner und es waren zum Ende der Vorführungen teilweise Artefakte in der Projektion sichtbar. Aber wegen der Perfektion der Vorstellung geht man ja nicht zu Webcuts. Und der altertümliche Charme der Spielstätte steht in einem interessanten Kontrast zur Modernität des Gezeigten.

Die Webcuts.11 fanden im Rahmen der webinale 2011 statt, was den Veranstaltern der Webcuts neue Möglichkeiten eröffnet (die anschließende Party mit Live-Jazz war beispielsweise die webinale-Party…).

Die Filme wurden entsprechend den sechs Kategorien gruppiert gezeigt. Nach einer Vorstellung der Kategorie sowie der nominierten Filme wurden die jeweils drei bis acht – z.T. gekürzte – Filme en bloc gezeigt. Anschließend erfolgte die Preisverleihung. Dies gab der Veranstaltung eine sehr deutliche Struktur, die mir weniger zusagte (aber vielleicht sind hier auch meine Erwartung nicht die richtigen; ich möchte mehr Bilder sehen und weniger Menschen über diese Bilder reden hören).

Das Programm war wie erwartet bunt gemischt und lag auch nicht immer auf meiner Welle.

Eine sehr schöne Überraschung war 16:9 FULL HD von Marion Pfaus aka Rigoletti in der Kategorie Infotainment. Filme dieser Kategorie bedienen meist Thema aus dem Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik oder einer beliebigen Kombination dieser drei. 16:9 FULL HD nimmt sich der Irrungen und Wirrungen des Full HD Video an und sticht damit erfrischend aus dem üblichen Themenbrei hervor.

Intereesant war auch der Sieger in der Kategorie Machinima The Streets of the Invisibles (Trailer bei You Tube) von Remo Rauscher. Rauscher hat hier Bilder von San Francisco aus Google Maps, Google Earth und Google Street View mit original Sound bites aus Die Straßen von San Francisco unterlegt.

Etwas ratlos hinterließ mich Between Bears von Eran Hilleli, der Sieger der Kategorie Webcuts Classics. Der Film erzählt in wunderschönen und perfekten Bilder – Nichts; zumindest Nichts, was der Laudator, meine Frau oder ich als Handlung erkennen konnten.

Insgesamt haben mir die Webcuts.11 gut gefallen und ich freue mich schon auf die Webcuts.12.

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