Von der GPX-Datei zur 3D-Darstellung auf dem iPad

virtuelle Berge und Pfade

Die letzten beiden Tagen regierte bei mir urlaubsmotiviert mir der Spieltrieb. Das Ergebnis kann man oben betrachten. Es ist eine Screencopy von Google Earth auf meinem iPad mit eingebundenen Wanderrouten auf Madeira.

Aber zurück zum Anfang.  

Vor mehreren Wochen habe ich einen (weiteren) Wanderführer für Madeira gekauft. Auf der Rückseite fand sich ein freirubbelbarer Code, mit dem man von der Webseite des Verlages Wegpunkte für die 35 Wanderungen runterladen kann (besser: man fordert sich über die Webseite eine eMail mit einem entsprechenden Attachment an).

Zunächst hatte ich nur geplant, die Wegpunkte und Routen auf ein GPS-Handgerät zu übertragen. Mein angejahrtes Garmin GPS12 passt mit seine seriellen Schnittstelle nicht mehr in meine Hard- und Softwarelandschaft. Sicherlich hätte sich da noch was hacken lassen, aber ich wollte eine schnelle Lösung. Der – aus meine Sicht längst überfällige – Wechsel auf ein “modernes” GPS-Handgerät wurde vollzogen. Das erstandene Garmin etrex Vista HCx ist zwar auch nicht mehr der heißeste Scheiß, hat aber alles was ich will und war für deutlich unter 200 Euro zu haben.

Nach einigen Experimenten mit OSM-Karten, habe ich mich dann gestern an das Aufspielen der Wegpunkte und Routen gemacht. Hierfür habe ich Garmin BaseCamp verwendet (gibt es für Windows und OS X).

Das Aufspielen der Daten auf das GPS war eher unspektakulär. Spannender war die Option, Elementen (Wegpunkte, Routen, noch nicht ausprobiert, ob auch Tracks gehen) in Google Earth anzuzeigen.

Ich habe dann heutige einige Stunden meines ersten Urlaubstages damit verbracht, mir die Wanderrouten in Google Earth anzusehen. Es ist faszinierend, sich die Wanderungen in 3D im (virtuellen) Gelände anzusehen, wobei ich von der Möglichkeit, das Terrain zu drehen, heftigst Gebrauch gemacht habe.

Da ich nur Routen (d.h. einige wenige markante Wegpunkte, die durch Geraden verbunden werden; der Autor des Wanderführers hat auch teilweise etwas gegeizt) importiert habe, braucht man aber teilweise doch einige Phantasie, wo die Wanderung lang geht. Einen guten Überblick gibt diese Visualisierung dennoch.

Nun war mein Ehrgeiz geweckt: Da ich kein Notebook, sondern “nur” das iPad mit in den Urlaub nehme, wollte ich eine Lösung, die auf diesem Gadget läuft.

Im Gegensatz zur Desktopversion erlaubt Google Earth auf dem iPad keinen Import von kml- oder kmz-Dateien. (oder er funktioniert nicht, denn die Mail.app auf dem iPad ordnet kml- bzw. kmz-Dateianhänge Google Earth zu, nur dass ich sie nicht angezeigt bekommen habe).

Der Ebenendialog der iPad-Version erlaubt – anders als die Desktopversion – das Einbinden von auf Google Maps erstellten und abgelegten Karten (wobei “Karten” etwas hochgegriffen ist, da es sich hier primär um Punkte und Vektoren handelt).

Es hat dann noch etwas gedauert – und mich einige unnötige Google-Suchen gekostet – bis ich in Google Maps die Importoption für kml-Dateien gefunden habe.

Der Weg von der GPX-Datei zur 3D-Darstellung auf dem iPad erfolgt in den folgenden Schritten:

  1. GPX-Datei in Garmin BaseCamp importieren.
  2. Route in BaseCamp anlegen. (War zumindest bei mir notwendig.)
  3. Routen auswählen und von BaseCamp an Google Earth übertragen.
  4. Ggf. Pfade (Naming bei Google Earth) bearbeiten (Ich habe Farbe und teilweise Strichstärke und Transparenz anpassen müssen. Die Farben wurden nicht nach Schwierigkeitsgrad, sondern zur Unterscheidbarkeit von angrenzenden Routen/Pfaden gewählt.)
  5. Pfade in kml-Datei exportieren.
  6. Neue Karte in Google Maps anlegen, kml-Datei importieren, ggf. Linien (so heißen die Pfade in Google Earth) bearbeiten und Karte speichern.
  7. Auf dem iPad neu angelegte Karte aus Google Maps ind Google Earth anzeigen lassen. Die einzelnen Route/Pfade/Linien lassen sich einzeln auswählen und Google Earth zoomt dann heran.

Der Weg, um selbst angelegte Elemente aus Google Earth auf dem Desktop in Google Earth auf dem iPad anzeigen zu können, erscheint mir etwas (zu) steinig. Gerade, wenn man sich überlegt, dass es sich um zwei Produkte der gleichen Linie aus einem Haus handelt.

Letztlich ist es aber die Hauptsache, dass es überhaupt geht.

[Dieses Posting habe ich ursprünglich am 01. Dezember 2010 auf meinem tumblr veröffentlich und am 09. März 2011 hierher übernommen.]

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